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Monsieur_Elephant

Oct. 24, 2024

423
Sprechen Sie „Anglisch“?

Nein, im Titel habe ich keinen Schreibungsfehler gemacht. „Anglisch“ wäre die Übersetzung von „Anglish“: Es geht um eine Art sprachlichen Purismus, der darin besteht, ein Englisch nur mit Wörtern germanischer/angelsächsischer Herkunft zu benutzen und Fremdwörter so sehr wie möglich zu vermeiden. Da diese „Fremdwörter“ (d.h. Wörter französischer, lateinischer oder griechischen Herkunft) den Hauptteil des Wortschatzes ausmachen, muss man ein paar Neologismen bauen, die meistens aus Mittel- und Altenglisch abstammen, aber manchmal auch aus anderen germanischen Sprachen wie Deutsch (es wurde „forthsetting“ nach dem Muster von „Fortsetzung“ vorgeschlagen, um „sequel/continuation“ zu ersetzen). Einige von diesen Wörtern haben im modernen Englischen überlebt, aber sind derzeit ganz veraltet oder einfach nicht mehr verwandt.

Das Ergebnis ist eine Sprache, die im Vergleich mit dem „normalen“ Englischen seltsam klingt, aber ihren germanischen Schwestersprachen viel ähnlicher ist. Ein „Wörterbuch“ im Anglischen ist ein „wordbook“; Man sollte nicht „to inform“ benutzen, sondern „to kithe“ (ein ganz veraltetes Verb, das mit dem Deutschen „kündigen“ verwandt ist). Ein „past verb“ (Verb in der Vergangenheit) wäre ein „aforetime tideword“. Sogar komischer: »Die „United States of America“ sind die „Oned Riches of Ameriland“ (wörtlich, die „Vereinigten Reiche“)!

Alte germanische Sprachen (Altenglisch, Althochdeutsch, Altnordisch...) sind morphologisch flexibel und haben einen reichen Wortschaftz. Außerdem sind viele ziemlich gut bekannt denn wir verfügen über viele Textkorpora*. Aus diesen Gründen wäre es ziemlich einfach, eine ganze Sprache aus rein germanischen Wurzeln wiederzubauen, obwohl viele Probleme zu überwinden wären, besonders in den verschiedenen Fachsprachen. Isländisch, die wisschenschaftliche und andere fachsprachliche Wörtlich lediglich auf altnordischen Würzeln gebaut hat, beweist doch, dass es möglich ist. Jedoch ist es eine Frage von Mentalität: Das Überleben ihrer Sprache ist den Isländern wichtig. Sie wird nur von 300 000 Muttersprachlern in einem Land gesprochen wird. Jeden Sommer gibt es in Island mehr Touristen, als lokale Einwohner. Ohne diesen Purismus ist es höchst wahrscheinlich, dass die islandische Sprache den anderen skandinavischen Sprachen oder Englisch ähnlich geworden wäre. Sie hätte sogar verschwunden sein.

Ich zweifle daran, dass die Deutschen dasselbe Verhältnis zu ihrer eigenen Sprache haben. Ich habe festgestellt, dass die Muttersprachler natürlich viele Anglizismen und viele Fremdwörter französichen Herkunft benutzen. Würde ich sagen, dass man „schöpfenreich mit einer gestaltbildend biegsamen Sprache“ sagen, statt „kreativ mit einer morphologisch flexiblen Sprache“, dann würde es lustig klingen, oder? Doch ist die Proportion Wörter germanischer Herkunft (Anglizismen ausgenommen) viel größer in der deutschen Sprache, als in der Englischen, also vielleicht fühlen sich die Deutschen von den lateinischen Einflüssen nicht „bedroht“.

Das lustige Aspekt ist, dass Englisch die einflussreichste Sprache der Welt. Warum denn dieser Purismus? Diese Bewegung betrifft ein paar Hunderte Personen, aber es existiert Anglisch-Gemeinschaften und Wörterbüchern. Auf der künstlerichen Ebene scheint Anglisch sehr lebendig zu sein. Für manche ist es ein kultureller und geistiger Gang, um sich ihren angelsächsischen Wurzeln zu nähern. Für andere ist es einfach ein sprachliches Spiel, eine Weise, die verschiedenen Möglichkeiten der englischen Sprache zu erforschen.

*: Mit diesen Korpora könnte man theoretisch sogar die alte gothische Sprache wieder zu beleben. Seien Sie denn nicht überrascht, wenn jemand eines Tages Ihnen „schöne Entnacht“ wünscht: Das bedeutet „schönen Abend“ im Gothischen (andanahti 𐌰𐌽𐌳𐌰𐌽𐌰𐌷𐍄𐌹)!

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Sprechen Sie „Anglisch“?

„Anglisch“ wäre die Übersetzung von „Anglish“: Es geht um eine Art sprachlichen Purismus, der darin besteht, ein Englisch nur mit Wörtern germanischer/angelsächsischer Herkunft zu benutzen und Fremdwörter so sehr wie möglich zu vermeiden.

Da diese „Fremdwörter“ (d.h. Wörter französischer, lateinischer oder griechischen Herkunft) den Hauptteil des Wortschatzes ausmachen, muss man ein paar Neologismen bauen, die meistens aus Mittel- und Altenglisch abstammen, aber manchmal auch aus anderen germanischen Sprachen wie Deutsch (es wurde „forthsetting“ nach dem Muster von „Fortsetzung“ vorgeschlagen, um „sequel/continuation“ zu ersetzen).

Das Ergebnis ist eine Sprache, die im Vergleich mit dem „normalen“ Englischen seltsam klingt, aber ihren germanischen Schwestersprachen viel ähnlicher ist.

Ein „Wörterbuch“ im Anglischen ist ein „wordbook“; Man sollte nicht „to inform“ benutzen, sondern „to kithe“ (ein ganz veraltetes Verb, das mit dem Deutschen „kündigen“ verwandt ist).

Ein „past verb“ (Verb in der Vergangenheit) wäre ein „aforetime tideword“.

Sogar komischer: »Die „United States of America“ sind die „Oned Riches of Ameriland“ (wörtlich, die „Vereinigten Reiche“)!

Alte germanische Sprachen (Altenglisch, Althochdeutsch, Altnordisch...) sind morphologisch flexibel und haben einen reichen Wortschaftz.

Außerdem sind viele ziemlich gut bekannt denn wir verfügen über viele Textkorpora*.

Ich zweifle daran, dass die Deutschen dasselbe Verhältnis zu ihrer eigenen Sprache haben.

Auf der künstlerichen Ebene scheint Anglisch sehr lebendig zu sein.

Für manche ist es ein kultureller und geistiger Gang, um sich ihren angelsächsischen Wurzeln zu nähern.

Für andere ist es einfach ein sprachliches Spiel, eine Weise, die verschiedenen Möglichkeiten der englischen Sprache zu erforschen.

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Würde ich sagen, dass man „schöpfenreich mit einer gestaltbildend biegsamen Sprache“ sagen, statt „kreativ mit einer morphologisch flexiblen Sprache“, dann würde es lustig klingen, oder?


Würde ich sagen, dass man „schöpfenreich mit einer gestaltbildend biegsamen Sprache“ sagenumgeht, statt „kreativ mit einer morphologisch flexiblen Sprache“, dann würde es lustig klingen, oder? Würde ich sagen, dass man „schöpfenreich mit einer gestaltbildend biegsamen Sprache“ umgeht, statt „kreativ mit einer morphologisch flexiblen Sprache“, dann würde es lustig klingen, oder?

Anstelle von schöpfenreich verwendet man schöpferisch.

Doch ist die Proportion Wörter germanischer Herkunft (Anglizismen ausgenommen) viel größer in der deutschen Sprache, als in der Englischen, also vielleicht fühlen sich die Deutschen von den lateinischen Einflüssen nicht „bedroht“.


Doch ist die Proportion Wörter germanischer Herkunft (Anglizismen ausgenommen) viel größer in der deutschen Sprache, als in der Eenglischen, also vielleicht fühlen sich die Deutschen von den lateinischen Einflüssen nicht „bedroht“. Doch ist die Proportion Wörter germanischer Herkunft (Anglizismen ausgenommen) viel größer in der deutschen Sprache, als in der englischen, also vielleicht fühlen sich die Deutschen von den lateinischen Einflüssen nicht „bedroht“.

Das lustige Aspekt ist, dass Englisch die einflussreichste Sprache der Welt.


Daser lustige Aspekt ist, dass Englisch die einflussreichste Sprache der Welt ist. Der lustige Aspekt ist, dass Englisch die einflussreichste Sprache der Welt ist.

Warum denn dieser Purismus?


Warum deann dieser Purismus? Warum dann dieser Purismus?

Sprechen Sie „Anglisch“?


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Nein, im Titel habe ich keinen Schreibungsfehler gemacht.


Nein, im Titel habe ich keinen Schreibungsfehler gemacht. Nein, im Titel habe ich keinen Schreibfehler gemacht.

„Anglisch“ wäre die Übersetzung von „Anglish“: Es geht um eine Art sprachlichen Purismus, der darin besteht, ein Englisch nur mit Wörtern germanischer/angelsächsischer Herkunft zu benutzen und Fremdwörter so sehr wie möglich zu vermeiden.


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Einige von diesen Wörtern haben im modernen Englischen überlebt, aber sind derzeit ganz veraltet oder einfach nicht mehr verwandt.


Einige von diesen Wörtern haben im modernen Englischen überlebt, aber sind derzeit ganz veraltet oder einfach nicht mehr verwandt. Einige von diesen Wörtern haben im modernen Englischen überlebt, aber sind derzeit ganz veraltet oder einfach nicht mehr verwandt.

... oder werden einfach nicht mehr verwendet.

Das Ergebnis ist eine Sprache, die im Vergleich mit dem „normalen“ Englischen seltsam klingt, aber ihren germanischen Schwestersprachen viel ähnlicher ist.


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Da diese „Fremdwörter“ (d.h. Wörter französischer, lateinischer oder griechischen Herkunft) den Hauptteil des Wortschatzes ausmachen, muss man ein paar Neologismen bauen, die meistens aus Mittel- und Altenglisch abstammen, aber manchmal auch aus anderen germanischen Sprachen wie Deutsch (es wurde „forthsetting“ nach dem Muster von „Fortsetzung“ vorgeschlagen, um „sequel/continuation“ zu ersetzen).


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Ein „Wörterbuch“ im Anglischen ist ein „wordbook“; Man sollte nicht „to inform“ benutzen, sondern „to kithe“ (ein ganz veraltetes Verb, das mit dem Deutschen „kündigen“ verwandt ist).


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Ein „past verb“ (Verb in der Vergangenheit) wäre ein „aforetime tideword“.


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Sogar komischer: »Die „United States of America“ sind die „Oned Riches of Ameriland“ (wörtlich, die „Vereinigten Reiche“)!


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Alte germanische Sprachen (Altenglisch, Althochdeutsch, Altnordisch...) sind morphologisch flexibel und haben einen reichen Wortschaftz.


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Außerdem sind viele ziemlich gut bekannt denn wir verfügen über viele Textkorpora*.


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Aus diesen Gründen wäre es ziemlich einfach, eine ganze Sprache aus rein germanischen Wurzeln wiederzubauen, obwohl viele Probleme zu überwinden wären, besonders in den verschiedenen Fachsprachen.


Aus diesen Gründen wäre es ziemlich einfach, eine ganze Sprache aus rein germanischen Wurzeln wieder zu bauen/ wiederherzustellen, obwohl viele Probleme zu überwinden wären, besonders in den verschiedenen Fachsprachen. Aus diesen Gründen wäre es ziemlich einfach, eine ganze Sprache aus rein germanischen Wurzeln wieder zu bauen/ wiederherzustellen, obwohl viele Probleme zu überwinden wären, besonders in den verschiedenen Fachsprachen.

Isländisch, die wisschenschaftliche und andere fachsprachliche Wörtlich lediglich auf altnordischen Würzeln gebaut hat, beweist doch, dass es möglich ist.


Isländisch, die wisschenschaftliche und andere fachsprachliche WSprache, die wörtlich lediglich auf altnordischen Würzeln gebaut haberuht, beweist doch, dass es möglich ist. Isländisch, die wisschenschaftliche und andere fachsprachliche Sprache, die wörtlich lediglich auf altnordischen Würzeln beruht, beweist doch, dass es möglich ist.

Jedoch ist es eine Frage von Mentalität: Das Überleben ihrer Sprache ist den Isländern wichtig.


Jedoch ist es eine Frage vonder Mentalität: Das Überleben ihrer Sprache ist den Isländern wichtig. Jedoch ist es eine Frage der Mentalität: Das Überleben ihrer Sprache ist den Isländern wichtig.

Sie wird nur von 300 000 Muttersprachlern in einem Land gesprochen wird.


Sie wird nur von 300 000 Muttersprachlern in einem Land gesprochen wird. Sie wird nur von 300 000 Muttersprachlern in einem Land gesprochen.

Jeden Sommer gibt es in Island mehr Touristen, als lokale Einwohner.


Jeden Sommer gibt es in Island mehr Touristen, als lokale Einwohner. Jeden Sommer gibt es in Island mehr Touristen als lokale Einwohner.

Ohne diesen Purismus ist es höchst wahrscheinlich, dass die islandische Sprache den anderen skandinavischen Sprachen oder Englisch ähnlich geworden wäre.


Ohne diesen Purismus ist es höchst wahrscheinlich, dass die islaåndische Sprache den anderen skandinavischen Sprachen oder Englisch ähnlich geworden wäre. Ohne diesen Purismus ist es höchst wahrscheinlich, dass die islåndische Sprache den anderen skandinavischen Sprachen oder Englisch ähnlich geworden wäre.

Sie hätte sogar verschwunden sein.


Sie hätte sogar verschwuinden seikönnen. Sie hätte sogar verschwinden können.

Ich zweifle daran, dass die Deutschen dasselbe Verhältnis zu ihrer eigenen Sprache haben.


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Ich habe festgestellt, dass die Muttersprachler natürlich viele Anglizismen und viele Fremdwörter französichen Herkunft benutzen.


Ich habe festgestellt, dass die Muttersprachler natürlich viele Anglizismen und viele Fremdwörter französichenr Herkunft benutzen. Ich habe festgestellt, dass die Muttersprachler natürlich viele Anglizismen und viele Fremdwörter französicher Herkunft benutzen.

Diese Bewegung betrifft ein paar Hunderte Personen, aber es existiert Anglisch-Gemeinschaften und Wörterbüchern.


Diese Bewegung betrifft ein paar Hunderte Personen, aber es existierten Anglisch-Gemeinschaften und Wörterbüchern. Diese Bewegung betrifft ein paar Hunderte Personen, aber es existieren Anglisch-Gemeinschaften und Wörterbücher.

Auf der künstlerichen Ebene scheint Anglisch sehr lebendig zu sein.


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Für manche ist es ein kultureller und geistiger Gang, um sich ihren angelsächsischen Wurzeln zu nähern.


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Für andere ist es einfach ein sprachliches Spiel, eine Weise, die verschiedenen Möglichkeiten der englischen Sprache zu erforschen.


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*: Mit diesen Korpora könnte man theoretisch sogar die alte gothische Sprache wieder zu beleben.


*: Mit diesen Korpora könnte man theoretisch sogar die alte gothische Sprache wieder zu beleben. *: Mit diesen Korpora könnte man theoretisch sogar die alte gothische Sprache wiederbeleben.

Seien Sie denn nicht überrascht, wenn jemand eines Tages Ihnen „schöne Entnacht“ wünscht: Das bedeutet „schönen Abend“ im Gothischen (andanahti 𐌰𐌽𐌳𐌰𐌽𐌰𐌷𐍄𐌹)!


Seien Sie dennalso nicht überrascht, wenn jemand Ihnen eines Tages Ihnen „schöne Entnacht“ wünscht: Das bedeutet „schönen Abend“ im Gothischen (andanahti 𐌰𐌽𐌳𐌰𐌽𐌰𐌷𐍄𐌹)! Seien Sie also nicht überrascht, wenn jemand Ihnen eines Tages „schöne Entnacht“ wünscht: Das bedeutet „schönen Abend“ im Gothischen (andanahti 𐌰𐌽𐌳𐌰𐌽𐌰𐌷𐍄𐌹)!

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